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Die B26n – ein „Un-Projekt“

Kurzgefasste Argumente gegen die zwei-drei-streifige B26n

  • Unseriöse Bedarfsermittlung im Rahmen der Aufstellung des Bundesverkehrswege-planes, da keine hinreichende Prüfung von Alternativen stattfand.

  • Unnötig, da eine sechstreifig ausgebaute A3 und A7 den prognostizierten Fernverkehr aufnehmen können. Überflüssig auch deshalb, weil eine gute Erschließung des Landkreises Main-Spessart durch die Staatsstraße 2315 von Lohr zur A3 bei Altfeld und durch wünschenswerte Verbesserungen der B26 zwischen Arnstein und Lohr gegeben wäre.

  • Unsinnig: Da eine B26n viel Verkehr induziert und andere Straßen kaum entlastet.

  • Unrentabler als der Kosten-Nutzen-Faktor von 5,6 es ausdrückt. Viele Kosten, die dieses Projekt überdurchschnittlich teuer machen würden, werden bei dieser Ermittlung nicht berücksichtigt. Die in die Berechnung eingeflossenen Nutzeffekte sind teilweise kaum nachvollziehbar.

  • Unredlich: Eine Entlastung des Werntals von Arnstein bis Stetten (derzeit ca. 6500 Kfz/24h) wird benannt. Nicht genannt werden Mehrbelastungen z.B. für die Bürger von Karlstadt und Lohr, aber auch von Gemeinden wie Hettstadt, Leinach, Billingshausen und Greußenheim. Verschwiegen wird, dass eine spürbare Entlastung Würzburgs nicht zu erwarten ist.

  • Unverantwortlich: Zu verschweigen, dass viele Orte durch den abfließenden Verkehr der B26n, bzw. später auch den Abkürzungsverkehr hoch belastet werden, wie z.B. Mühlbach, Laudenbach, Himmelstadt, Duttenbrunn, Birkenfeld, Billingshausen, Karbach, Roden, Urspringen, Rechtenbach und viele mehr. Eine verantwortungsvolle Verkehrsplanung würde zuerst die Straßensituation im Landkreis verbessern, um der Bevölkerung damit Hoffnung zu geben, dass die Ortschaften lebenswert bleiben.

  • Unumstritten: Die maroden Staatsstraßen im Landkreis MSP müssten zum Wohle der eigenen Bevölkerung dringend saniert werden, bevor man überhaupt daran denkt, tausende weitere Fahrzeuge durch den Landkreis zu schleusen.

  • Unnachhaltig: Große Trinkwassereinzugsgebiete werden nicht mehr auf natürliche Weise geschützt, sondern nur noch unter hohem technischen Aufwand.

  • Unvereinbar: Der hohe Flächenverbrauch ist unvereinbar mit den Zielen von Bund und Ländern, insbesondere von Bayern. Selbst das Umweltbundesamt hat dies erkannt und die B26n auf eine „Streichliste“ gestellt“.
    www.umweltbundesamt.de/presse/presseinformationen/bundesverkehrswegeplan-besteht-eigene

  • Unvertretbar aus ökologischer Sicht: Der von einer B26n durchschnittene Raum ist ökologisch sehr sensibel. Der hier anzutreffende Artenreichreichtum umfasst u.a. sehr viele vom Aussterben bedrohte Arten (wie z.B. die Zippammer). Auch die Einstufung des Projekts „hoch“ in der Umwelt und naturschutzfachlichen Bewertung des BVWP bringt dies deutlich zum Ausdruck.

  • Uneinsichtig: Das Bundesverkehrsministerium und viele Mandatsträger ignorieren jeglichen sachlichen Einwand und finden nicht den Mut das Projekt zugunsten anderer Infrastrukturmaßnahmen in der Region fallen zu lassen. Die Öffentlichkeitsbeteiligung war eine Farce.

  • Unbedacht: Wer die B26n als Erschließungsachse für den Landkreis Main-Spessart sieht, hat aus den Augen verloren, dass die Verbindung der B26n mit Schweinfurt den Wirtschaftsraum Schweinfurt stärken und in gleichem Maße den Wirtschaftsraum Main-Spessart schwächen wird!

  • Unberücksichtigt: Die Landwirtschaft würde auf der Fränkischen Platte wertvolle Ackerflächen verlieren. Die Planung der Stromtrasse „Südlink“ sieht es als Möglichkeit, die Erdverkabelung in weiten Teilen entlang der B26n-Trasse durchzuführen. Hierdurch käme es zu einer weiteren Einschränkung der Land- aber auch der Forstwirtschaft.

Fazit:

Die B26n bleibt auch in der „abgespeckten“ Version ein widersinniges, überflüssiges „Un-Projekt“! Wir wollen die Chancen für bessere Lösungen und fordern deshalb: Raus mit der B26n-Westumgehung von Würzburg aus dem BVWP, zurück zu besser durchdachten, verträglicheren Infrastrukturformen in unserer Region.