Westumgehung III - Die Lösungen

Die B26n – eine Tragödie für die gesamte Region

Die jetzt B26n genannte Autobahnspange nordwestlich von Würzburg ist weder zur Verkehrsentlastung noch zur Erschließung des Umlandes vorgesehen. Sie wurde vom Berliner Verkehrsministerium in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen, um den Lückenschluss in einer “Magistrale von Moskau nach Lissabon“ zu bilden. Sie wäre eine gigantische Verschwendung von Steuergeldern.

Der Ausbau der A3 und neue Entwicklungen machen sie überflüssig. Mit diesem Beitrag informieren wir Sie über die Möglichkeiten einer Verhinderung. Fakten und Probleme fanden Sie in den Mitteilungsblättern der Vormonate.

Die Lösungen

Vorweg dies:
Die B26n taugt nicht zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in unserer Region. Sie wird zwar von den Planern als „äußerer Stadtring“ für Würzburg bezeichnet, aber welcher Autofahrer, der aus einer Umlandgemeinde Würzburgs in eine andere will, wird dazu nach Arnstein, Karlstadt oder Duttenbrunn fahren? Und für Fernreisen reichen die Auffahrten bei Gramschatz, Estenfeld, Rottendorf, Randersacker, Heidingsfeld, Kist und Helmstadt sowie diejenigen bei Wertheim, Marktheidenfeld, Rohrbrunn und Weibersbrunn für den Westen des Mainspessartkreises aus.

Die aktuellen Entwicklungen:
Neuerdings ziehen Ruheständler und Singles vermehrt vom Land in die Städte. Der gestiegene Kraftstoffpreis wird künftig auch Berufstätige mit Familie, aber ohne Eigenheim, zu diesem Schritt zwingen, wenn in wenigen Jahren der Liter Kraftstoff zwischen 2 und 3 Euro kostet. Dies wird Entlastungen auf den Straßen bringen.

Verbesserte Kommunikationstechniken (Videokonferenzen u. a.) werden künftig große Teile des Personenverkehrs unnötig machen. Bereits in diesem Jahr, von Januar bis März 2008, hat die Bundesbahn 20 Millionen Fahrgäste neu gewonnen. Auch der Transport wird weniger zunehmen als prognostiziert, wofür ein schwedischer Möbelhersteller bereits den Beweis antrat: Mit einem intelligenten Logistikkonzept hat er im Jahr 2007 trotz gestiegenen Verkaufsvolumens 18 000 Containerladungen eingespart. Und eine Hochschule in Hamburg entwickelt derzeit eine entsprechende Software für kleinere und mittlere Unternehmen. Auch dies wird die Autobahnbenutzung reduzieren.

Ende April 2008 startete die erste Einheit des Satellitennavigationssystems Galileo, das ab 2013 aktuell vor Staus auf Autobahnen und Fernstraßen warnt, so dass sich ein besserer Verkehrsfluss einstellt. Neue Autobahnen werden unnötig.

Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung holen immer mehr Unternehmen ihre vormals ins billige Ausland verlagerte Fertigung nach Deutschland zurück, weil die Löhne in den osteuropäischen Ländern dramatisch steigen und sie hierzulande in vielen Betrieben nur noch 10 Prozent der Gesamtkosten betragen. Auch wegen der hohen Transportpreise lohnt es sich wieder, in Deutschland zu produzieren.

Die früheren Hochrechnungen des Verkehrsaufkommens sind nicht mehr gültig. Politiker werden einsehen, dass sie nur ernst genommen werden, wenn ihre Entscheidungen vom Wähler als vernünftig angesehen werden. Und zu politischer Vernunft gehört sparsamer Umgang mit Steuergeldern. Wir Bürger müssen ihnen dies mit unserem Protest verdeutlichen!

Wir können die Westumgehung verhindern.
Es ist nicht zu spät, sich gemeinsam gegen dieses Projekt zu wehren. Wir wollen auch künftig Nachbarorte ohne große Umwege über Autobahnquerungen erreichen können. Den Befürwortern muss klar sein, dass von einer Autobahn bei uns nur die etwas haben, die vorbeifahren. Wir wollen Ortsumgehungen und einen verkehrsgerechten, lärmarmen Ausbau vorhandener Straßen.

Fragen Sie die Befürworter, ob sie tatsächlich 500 Millionen Euro (in 100-Euro-Scheinen ist dies ein Papierstapel von 1000 Meter Höhe) für ein „Magistrale von Moskau nach Lissabon“ ausgeben wollen und die ihnen nur Lärm, Gestank, schlechte Zugänglichkeit zu Feldern und Erholungsräumen bringt.
 
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