|
Vorstand des Vereins nimmt Stellung zur Berichterstattung |
|
über die CSU-Ortsversammlung in Karlstadt
Auch durch das gebetsmühlenartige Wiederholen von Uraltkamellen werde die Notwendigkeit der B 26n für Karlstadt und die Region nicht nachgewiesen, heißt es in einer Pressemitteilung der Vorstandschaft des Vereins Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung Würzburg/B 26n e.V..
Vorsitzender Matthias Zorn: „Bei der Vorstellung der Umweltverträglichkeitsstudie wurden auch die neusten Verkehrsprognosen öffentlich. Dort wird von einer Abnahme des Gesamtverkehrsaufkommens bis 2025 um knappe sechs Prozent ausgegangen. So kam die B 26n mit rund 44.000 prognostiziert Fahrzeugen am Tag in den Bundesverkehrswegeplan. Nun seien es für 2025 schon nur noch knappe 37.000. Selbst der LKW-Verkehr solle stagnieren. Die Kosten seinen von ehemals 380 Mio. € auf 491 Mio. € hochgeschnellt. Zorn fordert die erneute Überprüfung des Kosten-Nutzenverhältnisses und einen sofortigen Planungsstopp.
Zorn: „Wir befinden uns im Jahr 2010 und mit den Konzepten aus den sechziger Jahren kann man die Wirtschaft und die Arbeitsplätze nicht mehr so einfach durch Straßenbaumaßnahmen voranbringen. Für global tätige Großunternehmen ist es immer weniger entscheidend, ob eine Kommune einen Autobahnanschluss hat. Der Fall Siemens in Bad Neustadt und viele andere Beispiel zeigen, dass eine Autobahn noch lange keine Standortgarantie ist.“
Die Wirtschaft habe in 10-15 Jahren (so lange wird es mindestens dauern, bist die B 26n in Karlstadt ankommt) ganz andere Sorgen. So werde die demographische Entwicklung sehr entscheidend sein. Die Unternehmen werden händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern suchen. Die Frage der Energiekosten werde ausschlaggebend für die Entwicklung ganzer Branchen sein.
 Vorstand des Vereins mit MdB Dr. Anton Hofreiter
Martin Heilig, Dr. Anton Hofreiter, Günter Krönert, Matthias Zorn
Laut Aussagen des Staatlichen Bauamtes Würzburg, sei im Idealfall mit einem Baubeginn in frühestens fünf Jahren zu rechnen. Zorn: „Da darf aber auch gar nichts dazwischen kommen! Es ist mit Klagen zu rechnen und die Finanzlage des Bundes wird sich bis dahin auch nicht verbessert haben! “ Somit sei klar, dass ein realistischer Zeithorizont für die Fertigstellung der gesamten Strecke (A7-A3) zwischen 20 und 30 Jahren liege.
Zorn stellt sich die Frage, ob die Bevölkerung in den Werntalgemeinden tatsächlich gewillt sei, das belastende Verkehrsaufkommen noch über Jahrzehnte hinzunehmen. Er plädiert für schnelle, bedarfsgerechte, regionale Lösungen, die nicht zusätzlich 30.000 Fahrzeuge am Tag an Karlstadt vorbei führen werden, die dort gar nicht hin wollten.
Es könne keine Rede davon sein, dass die Region um 20-30 Jahre zurückgeworfen werde, da auch kein Unternehmen solange auf eine B 26n warten würde, um Standortentscheidungen zu treffen.
Stellvertretender Vorsitzender Günter Krönert: „Die Aussage von Herrn Goldkuhle, die B 26n werde wie die B 27 von Veitshöcheim bis Würzburg gebaut, ist schlichtweg falsch. Jeder der Pläne lesen kann, wird erkennen, dass die B 26n nach Autobahnstandard ausgebaut werden soll. Es wird zwei Fahrbahnen in jede Richtung, sowie jeweils einen Seitenstreifen und den Mittelstreifen geben.“
Zorn: „Die derzeit 20 Mitgliedsgemeinden unseres Vereins haben rund 74000 Einwohner. Davon sind etwa 2300 einzelne Personen Mitglieder.“ Dies sei eine ungewöhnlich hohe Zahl. Außerdem seien noch 29 Körperschaften Mitglied. Niemand von seitens des Vereins habe behauptet, dass bei der Bürgerversammlung am 24. März eine repräsentative Abstimmung stattgefunden hat. Allerdings entsprechen rund 30 Befürworter bei etwa 500 anwesenden, stimmberichtigten Bürgern aus Karlstadt zirka 5-6 Prozent Zustimmung und eben bis zu 95 Prozent Ablehnung.
Zorn: „Wir sind uns inzwischen sicher, dass auch in Karlstadt eine Mehrheit der Bevölkerung die B 26n ablehnt. Die Ortsgruppe Karlstadt ist inzwischen mit über 500 Mitglieder die größte unter den Mitgliedsgemeinden.“ Solche Mitgliederzahlen würden erfahrungsgemäß sonst nur in Sportvereinen erreicht. „Der Verein wird nicht nachlassen, bis das unsägliche Straßenbauprojekt vom Tisch ist“, versichert Zorn. |
|