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Bund Naturschutz ruft zum Widerstand gegen die B 26n auf E-Mail

Die Kreisgruppe des Bund Naturschutz und die Ortsgruppe Karlstadt des Vereins Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung haben zu einem Vortragsabend im Historischen Rathaus eingeladen.Vor rund 150 Besuchern rief der stellvertretende Landesvorsitzende des Bund Naturschutz Bayern, Sebastian Schönauer (Rothenbuch) die Bevölkerung dazu auf, im Widerstand gegen die Autobahnwestumgehung Würzburg/B 26n nicht nachzulassen. Der Kampf gegen den Tinkwasserspeicher im Hafenlohrtal habe gezeigt, dass man einen langen Atem brauche. Dort stellte sich die Bevölkerung 30 Jahre lang gegen die Pläne der Wasserwirtschaft und konnten den Speicherbau letztlich verhindern.

Schönauer nannte drei Hauptargumente: 1. Wir haben kein Geld für die B 26n, können den Unterhalt für das bestehenden Straßennetz nicht leisten und sind hoch verschuldet! 2. Es gibt keinen wirklichen Bedarf für die Autobahn und die Verkehrsprobleme in der Region könnten besser mit lokalen und regionalen Maßnahmen gelöst werden! 3. Wertvolle Landschaft und Natur werden zerstört und die Menschen zusätzlich mit Lärm und Abgasen in bisher unbelasteten Gebieten belastet! Schönnauer: „Wir müssen für unser Heimat kämpfen und die stoppen, die vom Fortschritt sprechen, und die Bauindustrie meinen.“ Er sprach von „heiligen Gebieten“ aus Sicht des Artenschutzes.

Der Leiter des Arbeitskreises Biotop- und Artenschutz im Landkreis Main-Spessart, Walter Malkmus (Partenstein) verwies in seinem Vortrag darauf, dass die vorliegende Umweltverträglichkeitsstudie fast die gesamte heimische Pflanzenwelt ausspare. So kämen gerade im Raum Karlstadt unzählige Pflanzen vor, die auf der Roten Liste stehen und vom Aussterben bedroht seinen. Er befürchtet einen „Aderlass“ der Vorkommen von Tieren und Pflanzen in den landes- und bundesweit bedeutsamen Trockenrasengebieten. Hier werde der biologische Nerv des Landkreises Main-Spessart getroffen, mahnte er.

Der Verkehrsexperte und Landesbeauftragte des Bund Naturschutz Bayern, Richard Mergner (Nürnberg) referierte unter dem Motto: „Autobahn gebaut – Heimat versaut“. Auf der Grundlage der Erfahrungen mit dem Bau der A 71 zeigte er, die aus seiner Sicht schlimmen Folgen dieser Straße auf. Kaum etwas von den Beteuerungen der Politiker und Verkehrsplaner habe sich letztlich erfüllt, stellte er fest. So sei zum Beispiel die versprochene Verkehrsentlastung der meisten Orte in diesem Bereich ausgeblieben, da bis zu 70 Prozent des Verkehrs vor Ort entstehe, also hausgemacht sei.

Jetzt würde entlang der B 19 doch noch Ortsumfahrungen geplant und gebaut, da die Belastung der Anwohner immer noch immens hoch sei. Ausgeblieben sei auch der vorhergesagte wirtschaftliche Aufschwung durch die Autobahn. Den Beteuerungen der Verkehrslobby und IHK zum Trotz hänge die Zukunft nicht von den Autobahnen ab.

Das habe zum Beispiel die Situation in Oberfranken und der Stadt Hof gezeigt, wo trotz Autobahn und Flugplatz die höchste Arbeitslosigkeit in Bayern zu verzeichnen sei. „Wir müssen dieses Monster B 26 n stoppen“, appellierte auch er an das Publikum.
 
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