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Erbsenbrei statt frischer lokaler Feinkost |
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Leserbrief zum Artikel Erst mal eine „B 26n light“?, in der Main-Post vom 06.05.2010.
Das taktische Manöver der Initiative Pro B26n ist klar: Durch einen taktischen Rückzug zu einem Zeitpunkt, an dem es nichts zu gewinnen gibt, viel Verwirrung schaffen und damit die eigentlichen Ziele vernebeln! Das Ziel bleibt aber weiterhin klar. Eine B 26n für den Transitverkehr in der Region mit 38.000 Fahrzeugen pro Tag. Durchschaubar ist das Manöver allemal. Es werden Nebelkerzen gestreut: Alles nicht so schlimm. Nur ein wenig Autobahn. Die Nachteile sind erträglich. Tut ja nicht wirklich weh.
Aber letztendlich steht dann doch eine Autobahn da. Nochmals viel teurer als ursprünglich geplant und Verkehrschaos garantiert. Denn diese zweispurige Straße kann die prognostizierten 38.000 Fahrzeuge pro Tag nicht aufnehmen. Damit lässt sich dann der Bund, der Bauträger dieser Maßnahme, nicht auf dieses Spielchen ein. Er baut die Straße für die 30.000 Fahrzeuge pro Tag des Transitverkehrs. Die lokalen Aspekte sind dabei für ihn zu vernachlässigen. Sie dienen nur dazu, bei den Entscheidungsträgern vor Ort Zustimmung zu bekommen und damit dieses Wahnsinns-Projekt durchzusetzen.
Warum setzt man sich in dieser erlauchten Runde nicht zusammen und denkt mal über ein wirklich passendes Verkehrskonzept für die Region nach? Da gäbe es wirkliche Aufgaben für die Verantwortlichen in der Region! Aber es ist einfacher, das Projekt B 26n zu unterstützen, das von oben (Bund) kommt, als selbst konzeptionell tätig zu sein.
Das ist das eigentliche Problem. Es gibt kein lokales Verkehrskonzept für den Landkreis Main-Spessart! Wo sind hier die Engpässe? Wo gibt es Probleme? Was ist vordringlich zu tun? Wie wollen wir den Verkehr im Landkreis lenken? Wie können wir Mittel dafür beschaffen? Und ganz wichtig: Was wollen die Bürger vor Ort? Denn von diesen sind die Vertreter schließlich gewählt worden!
Und so wird uns weiter der Erbsenbrei in großen Mengen in Form einer Autobahn vorgesetzt, anstatt frischer lokaler Spezialitäten. Einen Brei aus trockenen Zutaten, die schon mindestens 40 Jahre gelagert wurden. Zehn eingestreute Wurststückchen in Form von Abfahrten sollen das Ganze attraktiver machen. Doch jeder weiß, dass Erbsenbrei in solcher Menge genossen, nur zu gesundheitlichen Problemen führt. Damit die Nebenwirkungen etwas gemildert werden, will man uns nun den Brei über eine längeren Zeitraum verteilt, zuführen. Die 'B26n light' ...
Oswald Lutz, 97753 Karlstadt
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