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Unsolidarische Politik E-Mail

Das neuerliche Bekenntnis von Bürgermeister Kruck und zahlreichen Stadträten Karlstadts für die B26n, jedoch mit der Einschränkung einer Tunnellösung südlich von Karlstadt, verrät eine oberflächliche, unsolidarische politische Grundhaltung in dieser Thematik.

Mit der an die Tunnellösung gebundenen Zusage zur B26n bekennt man, dass eine Autobahn unerträgliche Belastungen für die Bürger Karlstadts mit sich brächte, würde die südliche oder nördliche Variante gebaut werden. Gleichzeitig ignoriert man, dass genau diese Belastungen auf mindestens genauso viel Bürger in anderen Gemeinden zukäme, für die von vornherein eine Tunnellösung gar nicht zur Debatte steht. Ich nenne beispielhaft nur Zellingen-Duttenbrunn, Billingshausen, Greußenheim und Hettstadt. Sehr verdrängt werden offensichtlich die Belastungen, die auch bei einer Tunnelvariante Karlstadt träfen. So wären die Bürger in den Ortsteilen Heßlar und Schönarts nach wie vor unmittelbar sehr hart betroffen. Das Naherholungsgebiet rund um den Saupurzel wird direkt , aber auch durch die Anbindungsstraße in seiner Funktion zerstört.

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Was aber, wenn die Tunnellösung nicht verwirklicht wird? Dann waren Bürgermeister und befürwortende Stadträte Karlstadts die Steigbügelhalter für die Planungsbehörden auf einer weiteren Etappe zur Durchsetzung des angestrebten Vorhabens. Dies ist nicht, wie man bisher schon täuschend vorgegeben hat, eine Bundesstraße, eine Entwicklungsachse für den Landkreis Main-Spessart, eine Entlastung für Würzburg, sondern eine europäische Autobahn-Magistrale.

Es kann nicht Ziel kommunaler Politik sein, blauäugig die eigentlichen Interessen unserer Region aufs Spiel zu setzen. Glaubt man wohl, man könne mit der Ausweisung des Baugebiets „Wurtzgrund“ die Trasse in das Tunnel verschieben? Spätestens hier erweist sich der politische Ansatz der Befürworter in Karlstadt als äußerst oberflächlich.

Schon fast zwei Jahrzehnte warnte die Bürgerinitiative gegen die Westrumgehung mit sachlichen und fundierten Argumenten vor diesem Projekt. Es wurde auf die vielseitigen negativen Auswirkungen aufmerksam gemacht, die darin begründet sind, dass dieses Projekt nicht von der Nachhaltigkeit, sondern von der Ausbeute unserer Heimat geprägt ist.

Diese Autobahn wird unsere Kinder und Enkelkinder nicht ernähren, sie wird in vielfältiger Weise an ihnen zehren. Zehren durch Schulden, zehren durch Verminderung der Lebensqualität, zehren durch eine veränderte Wirtschaftsstruktur, die nicht mehr die bisherige Stabilität gewähren kann.

Geschrieben von: Wolfgang Rupp
 
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