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Leserbriefe
Klarheit erst am 22. August E-Mail
Zum Leserbrief „Gegner-Gemeinden bereits erschlossen“ in der Main Post

Der Argumentationskette von Thomas Obert muss ich mich geschlagen geben:
Herr Obert sagt – zusammengefasst und zugespitzt – die B 26 n sollte gebaut werden:

  • obwohl die Kosten wahrscheinlich noch weiter steigen und das Bundesverkehrsministerium wenig freigiebig ist.
    (Heißt das nicht auch „Minimallösungen beim Lärmschutz“?).
  • damit in Karlstadt ein wirtschaftlicher Aufschwung kommt – oder auch nicht.
    (Man wird also hinterher sehen, ob sich die halbe Milliarde gelohnt hat?).
  • weil sich unsere Lokalpolitiker weiterhin mit ihrem ganzem Gewicht für die beste Lösung einsetzen werden
    (Danke!).
Das ganze Projekt mit dem Ziel Würzburg zu entlasten und den Transitverkehr nach Karlstadt zu holen.

Dieser Argumentation ist von meiner Seite, als Gegner der „Autobahn“, nicht zu widersprechen. Ich bin gespannt auf die internen Reaktionen der Pro-Seite.

Widerspruch nur der Behauptung, der Standpunkt der meisten Bürger der Region sei bekannt. Den kennt im Moment keiner. Klarheit über den Standpunkt zur „Autobahn“ werden wir erst am 22. August erhalten. Dank der verständlichen Frage des Bürgerbegehrens nach Zustimmung oder Ablehnung der „Autobahn“ können zumindest die Karlstadter Bürger ihre Meinung kundtun und die Stadtratsmehrheit von Karlstadt stärken oder die B 26 n öffentlich verteufeln und damit ein politisches Signal nach München und Berlin senden. Danach kann man weiter diskutieren.

Günter Hofmann, 97753 Karlstadt
 
Keine Hysterie, sondern Zorn E-Mail
Zum Leserbrief „Hysterie nicht gerechtfertigt“ in der Main Post.

Der Leserbrief von Thomas Obert ist der erste der „Pro-Seite“, der sich um eine sachliche Diskussion bemüht. Ich nehme das Angebot gerne an, um aus meiner Sicht in einigen Punkten, ich hoffe ebenso sachlich, zu widersprechen.

Herr Obert spricht von „Hysterie“, ich nenne es „Vehemenz“ und – inzwischen immer mehr – „Zorn“.

Warum widersprechen die Gegner der „Autobahn“ mit immer wieder den gleichen Argumenten den momentanen Planungen? Aus dem einfachen Grund, weil die Einwände begründet sind und sich einige Befürchtungen schon bewahrheitet haben. Drei davon möchte ich beispielhaft nennen:

1. Einwand „Kosten“: Der zunächst genannte Kostenrahmen von rund 380 Millionen Euro wurde von den Gegnern als lächerlich gebrandmarkt. Inzwischen veranschlagt das staatliche Bauamt fast 500 Millionen Euro. Zudem war vor einigen Tagen erst in dieser Zeitung zu lesen, dass solche Projekte „Im Durchschnitt . . . im Verlauf der Planung um 57 Prozent teurer . . .“ werden (Main-Post, 4. August 2010, S. 8). Ist dieses Geld angesichts der Finanzlage nicht sinnvoller einzusetzen? Meine Vorschläge reichen von Bildung, über Instandhaltung der bestehenden Infrastruktur bis zu Ausrüstung der Bundeswehr . . .

2. Einwand „Wirtschaftlichkeit“: Die Gegner haben immer wieder gemahnt, dass der Kosten-Nutzen-Faktor falsch sei. Das staatliche Bauamt hat mittlerweile die Zahl der prognostizierten Fahrzeuge nach unten korrigiert.

Die RWI-Experten stellten fest, „ . . . wo es ein dichtes Straßennetz gibt, sinkt der Nutzen jedes weiteren Autobahnkilometers schnell gegen Null.“ (ebd.). Dabei sind die Wirtschaftsfaktoren Natur, Erholungsfunktion, Wohnqualität noch gar nicht berücksichtigt. Zudem steht in den Sternen, ob sich „1000“ Arbeitsplätze in Main-Spessart ansiedeln oder Arbeitskräfte in Regionen abwandern, die mehr bezahlen, Stichwort „Fachkräftemangel“!

3. Einwand „Fertigstellung“: Immer wieder haben die Gegner gewarnt, dass die Autobahn vielleicht nur bis Karlstadt gebaut wird und dann über Jahrzehnte eine „Arnsteiner Situation“ droht: Es würden Zehntausende Fahrzeuge in die Region geleitet, die sich dann über die Dörfer den Weg zur nächsten Autobahn suchen. Zugegeben, das Werntal würde entlastet (Einschränkung: Wenn die B 26n mautpflichtig wäre!), aber Karlstadt und alle westlichen Ortsteile hätten die „A . . .-Karte“ gezogen. Nach den Berichten des Handelsblattes (Stichwort „Baustopp für Neuprojekte“, ebd.) können wir nun genau von dieser Situation ausgehen: Das Projekt wird maximal bis Karlstadt gebaut (lt. Planung im „vordringlicher Bedarf“), die Weiterführung liegt auf Eis (lt. Planung nur im „weiteren Bedarf“) und der Zubringer nach Lohr ist gestorben, da er in keiner Planung des Bauamtes bisher berücksichtigt wurde. Hier gibt es nur Wünsche und Hoffnungen, aber keinen Finanzierungsplan.

Die „Argumente“ und Drohungen der Pro-Seite sind inzwischen von der Realität überholt worden. Ebenfalls drei Beispiele:

1. „Das Licht geht aus“ ohne diese Straße! - Lesen sie dazu die oben genannte Einschätzung der RWI-Experten oder die Planungen in Schleswig-Holstein oder Hessen (Main-Post, ebd.).

2. „ Straße muss komplett mit Zubringer nach Lohr gebaut werden!“ – s. o. „Kosten“ und Finanzierung, d. h. der Komplettbau Werneck-Helmstadt ist vom Tisch. Wenn gebaut wird, dann bis „Karscht“ und nicht weiter!

3. „Verlegung der vorgeschlagenen Trasse“ – Das staatliche Bauamt hat leider nur eine mögliche Trasse vorgeschlagen, aufgrund des hohen Raumwiderstands. Eine Verlegung, wie sie Herr Obert vorschlägt „weg vom Menschen und hin zu geschützten Gebieten“ ist nicht durchführbar, weil dies gegen bestehendes (Naturschutz-)Recht verstößt. Jede Klage würde das Projekt stoppen.

Als letzten Punkt möchte ich den obengenannten „Zorn“ der Gegner ansprechen, unter anderem, weil die Pro-Seite versucht die Gegner in eine Ecke zu drängen, Stichworte sind „Rattenfänger“, „Notorische Nein-Sager“, „Hysterie“, etc ... Ausgeblendet wird, dass in dieser „Ecke“ inzwischen Landräte (ich darf genüsslich Herrn Eberhard Nuss aus der Mainpost, 6. August 2010, zitieren: „Eine B 26 n ist überflüssig, ja sogar Gift für die Region Kreis Würzburg-West.“ und „Beschreiben Sie die Planung nicht als hirnrissig, sondern einfach nur als doof.“), Bürgermeister und viele Gemeinde- und Stadträte, quer durch alle Parteien stehen.

Ob die Mehrheit der Karlstadter Bürger in dieser „Ecke“ steht, werden wir am 22. August sehen. Die BI hat hier eine klare Frage gestellt: Für oder gegen die B 26n? Und die Chance, das Wackelprojekt zu kippen, steigen!

Zum Versuch der Stadtratsmehrheit, die Bürger mit ihrem Ratsbegehren zu verwirren, möchte ich nichts sagen, dies hat Herr Bruno Maroscheck in seinem Leserbrief am 3. August 2010 in dieser Zeitung bereits pointiert getan.

Abschließend bitte ich den Leser, meine oben ausgeführten Argumente und Behauptung zu hinterfragen und zu prüfen. Ich freue mich auf eine sachliche Auseinandersetzung!

Günter Hofmann 97753 Karlstadt
 
Weniger Lkw auch ohne B 26n E-Mail

Zur Lkw-Entlastung Arnsteiner Straße auch ohne B26n

Nachdem sowohl auf der schriftlichen Begründung des Ratsbegehrens als auch bei der Vorstellung des Ratsbegehrens am 28. Juli 2010 daran festgehalten wurde, die B 26n würde eine Entlastung der Arnsteiner Straße – besonders vom Schwerlastverkehr – bringen, hier die aktuellen Prognosen auch zum Schwerlastverkehr – frisch nachgefragt bei Waldemar Büchner vom Staatlichen Bauamt Würzburg:

Belastung der Arnsteiner Straße 2025 pro Tag:

• ohne B 26 n: 5000 Kfz, davon 600 Lkw über 3.5 Tonnen
• mit B 26n und Anschlussstelle bei Laudenbach: 5500 Kfz, davon 200 Lkw
• mt B 26n, aber ohne Anschlussstelle Laudenbach: 6600 Kfz, davon 300 Lkw.
Das heißt: Die Gesamtbelastung mit Fahrzeugen pro Tag auf der Arnsteiner Straße wird durch die B 26n zunehmen.

Falls nach dem Bau der B 26n die Arnsteiner Straße für Lkw gesperrt werden könnte, würde das bedeuten, dass immer noch mindestens 5300 bis 6300 Fahrzeuge täglich durch die Arnsteiner Straße fahren würden, also immer noch mehr als ohne B 26n – allerdings ohne Lkw (außer Anlieger).

Seriösere Zahlen als die des Staatlichen Bauamtes werden wir nicht bekommen. So kann jetzt jeder selbst entscheiden, welche Belastung er als mehr oder weniger zumutbar empfindet.

Ein Stadtrat hat mir erklärt, dass im Falle einer Sperrung der Arnsteiner Straße für Lkw diese Fahrzeuge um den Saupurzel herum auf die B 27 geleitet werden würden.

Eine Nachfrage beim Staatlichen Bauamt hat meine Annahme bestätigt, dass eine derartige Umleitung auch möglich wäre, wenn statt der Westumgehung eine Fortführung der zweispurigen Bundesstraße von Arnstein Richtung Karolingerbrücke und Lohr gebaut würde.

Das bedeutet, dass eine Entlastung der Arnsteiner Straße vom Schwerlastverkehr auch ohne B 26n möglich ist, was zudem den Vorteil hätte, dass diese Entlastung vom Schwerlastverkehr dann nicht mit einer Zunahme des Gesamtverkehrs erkauft würde.
Agnes Maier 97753 Karlstadt
 
Erst einmal die kleinen Löcher stopfen E-Mail

Leserbrief zum Artikel vom 20. Mai 2010 in der Main Post
„Nur einer überlegte es sich noch anders“

Den Vortrag des Vorsitzenden der BI-Karlstadt gegen die Westumgehung, Armin Beck, fand ich sehr informativ und gut aufgebaut.

Seine Argumente gegen die vierspurig geplante Autobahn, die als Bundesstraße getarnt sein soll, überzeugten mich. Ob die B 26n mehr Arbeitsplätze in unseren Landkreis beziehungsweise Stadt Karlstadt bringt, ist sehr fraglich. Beck führte aus, dass die Firmen SRAM und Husqyarna in Schweinfurt und Siemens in Bad Neustadt, die an der Autobahn liegen, trotzdem Arbeitsplätze abbauen!

Und jetzt, wo wir eine schön hergerichtete Altstadt haben und eine neue Touristeninformation vorzeigen können, wollen wir es uns mit den Touristen – viele Radler – verscherzen? Zählt unser einmaliges Naturschutzgebiet, das europaweit besondere Gräser aufweist, nur noch wenig? Folgenden Text las ich auf Internetseite des Landkreises Main-Spessart unter Tourismus und Kultur:

„Sehenswert:
Die historische Altstadt mit Marktplatz und Rathaus, die Stadtpfarrkirche St. Andreas, Naturschutzgebiete rechts und links des Mains mit einzigartiger Flora. Rad- und Wanderwege mit Karlstadt als Ausgangspunkt, direkt gelegen am Mainradwanderweg.“

Ob der Tourist oder der Einheimische sich dann noch so gerne in der Natur aufhält, wenn gleich daneben Autobahnlärm und Abgase kostenlos zu haben sind? Ich bin den Barfußlehrpfad im Gramschatzer Wald schon gelaufen. Sehr schön, wäre da nicht im Hintergrund immer der Lärm der vorbeirasenden Autos. Das passt nicht in ein Erholungsgebiet!

Jedoch gewiss ist uns der immense Flächenverbrauch, die Zerschneidung und Zerstörung der Natur und Naherholungsgebiete bei und um Karlstadt und Stadtteilen. Wir werden uns Lärm, Gestank und viele Autos und Lkw herholen. Und dafür sollen wir Steuerzahler auch noch 500 Millionen Euro bezahlen! (erfahrungsgemäß vom eigenen Hausbau wird es ja meist teurer als geplant!).

Spätestens jetzt müssten die Menschen, die sich bisher noch nicht für dieses Thema interessiert haben, aufhorchen! Wenn ich dann von der geplanten Mehrwertsteuererhöhung auf 25 Prozent lese (Main-Post vom 19. Mai) und „Kommunen droht Rekord-Defizit“ (Main-Post vom 15. Mai), dann frage ich mich schon, wie ist diese Summe bezahlbar? Wird die Autobahn mangels Geld doch dann in Karlstadt enden? Wer weiß!

Billigere Lösungen, sprich Umgehungen der vom Schwerlastverkehr stark betroffenen Gemeinden fände ich sinnvoll.

Meiner Meinung sollte das Thema Geld eine große Rolle spielen, zumal wir ja alle wissen, dass die Kassen (fast) leer sind. Nicht nur auf Bundesebene, das Gleiche gilt ja für viele Kommunen.

Da sollten meines Erachtens nach erst einmal die „kleinen Löcher gestopft werden“! Im übertragenen Sinne sollte die Stadt Karlstadt durch Bürgermeister Paul Kruck und unseren Stadtrat schnellstens dafür sorgen, dass die vielen Schlaglöcher auf der Fahrbahn innerhalb der Stadt und ihren Stadtteilen, die durch den strengen Winter entstanden sind, (zumindest) ausgebessert werden! Denn ich umfahre nicht so gerne tiefe Schlaglöcher.

Speziell in Karlburg müsste schon ewig die Zufahrt zur „Sanderau“ von der Karolinger Straße aus (Einbahnstraße) begradigt werden, damit man im Auto nicht „durchgerüttelt“ wird. Kleine, jedoch wichtige Arbeiten, die so bald wie möglich behoben werden müssten, sind mir als „kleine“ Bürgerin wichtig! Dagegen ist es für mich bedenklich, wenn an unseren Kindern wieder einmal gespart wird!

Im Jahr 2001 wurde von unseren damaligen Stadträten beschlossen, dass von acht Spielplätzen, die aus Kostengründen geschlossen werden sollten, doch „nur“ drei dem Rotstift zum Opfer fielen. Diese Minimierung der Schließungen war wohl aufgrund einer Unterschriftenaktion von unwilligen Eltern und Bürgern von Karlstadt und Stadtteilen zurückzuführen.

Es war auch schade, dass eine Gemeindebücherei bei uns in Karlburg aus Kostengründen (immense Kosten?) in eine Pfarrgemeindebücherei umgewandelt werden musste.

Und nun steht wieder eine Gebührenerhöhung für die Kinder der Musikschule in Karlstadt um zehn Prozent an.

Mein Vorschlag:
Die Stadt Karlstadt könnte sich und uns die Kosten für einen geplanten Bürgerentscheid für den 12. September 2010, der wohl zwischen

12 000 bis 15 000 Euro liegen wird, ersparen, wenn sie den massiven Widerstand von vielen Bürgern gegen die geplante B 26n registrieren und anerkennen würde. Sind denn mittlerweile bestimmt 1700 wahlberechtigte (!) Karlstadter Bürger, die sich gegen die B 26 n aussprechen, wirklich eine Minderheit?

An dieser Stelle muss ich staunend einen 93-jährigen Mann aus Karlstadt erwähnen, der bei der Demonstration vor dem Alten Rathaus sich in die Liste gegen die B 26n eingetragen hat, obwohl er stark sehbehindert ist. Trotz seines Alters und seines Gebrechens war es ihm wohl wichtig, die Stadtratssitzung mitzuverfolgen. Ebenso seiner Ehefrau, die mit ihrem Gehwagen kam. Leider wurde auch sie – wie viele von uns – von unseren Stadträten von deren Abstimmung enttäuscht! Aber die nächsten Wahlen kommen gewiss ...

Hier will und muss ich noch einmal Stadtrat Edgar Ehrenfels aus Karlburg mein Lob und Anerkennung aussprechen, dass er nun konsequenterweise als einziger Stadtrat seine Meinung korrigiert und die „Nordvariante“ (sie rückt nun näher an Karlstadt heran und mit kurzem Tunnel) abgelehnt hat. Diese Courage hatte er trotz Fraktionszwang und anschließender sofortiger Schelte von seinen Kollegen der Freien Wähler (auch das entgeht dem aufmerksamen Bürger nicht)!

Ehrenfels stand zu seinem Wort, dass er nur der Mittelvariante für Karlstadt zustimme, die jetzt aber nicht kommen soll. Ich verstehe die Inkonsequenz der übrigen Stadträte nicht, die höchstens die „Mittelvariante“ tolerieren wollten laut ihrer letzten Stadtratssitzung.

Bei den Ausführungen des Vorsitzenden der Pro-Initiative, Manfred Goldkuhle, hätte ich mir gewünscht, dass er – wie Armin Beck – aufgestanden wäre und dann zu uns Bürgern gesprochen hätte. Er war schließlich nicht als stellvertretender Landrat, Stadtrat oder ehemaliger Zweiter Bürgermeister gefragt, sondern er hatte das Rederecht für die BI Pro B 26n. Da interessierte mich auch nicht unbedingt seine politische Laufbahn (33 Jahre aktiv). Das ist hier Nebensache!

Andrea Schrauth 97753 Karlstadt-Karlburg
 
Erbsenbrei statt frischer lokaler Feinkost E-Mail
Leserbrief zum Artikel Erst mal eine „B 26n light“?, in der Main-Post vom 06.05.2010.

Das taktische Manöver der Initiative Pro B26n ist klar: Durch einen taktischen Rückzug zu einem Zeitpunkt, an dem es nichts zu gewinnen gibt, viel Verwirrung schaffen und damit die eigentlichen Ziele vernebeln! Das Ziel bleibt aber weiterhin klar. Eine B 26n für den Transitverkehr in der Region mit 38.000 Fahrzeugen pro Tag. Durchschaubar ist das Manöver allemal. Es werden Nebelkerzen gestreut: Alles nicht so schlimm. Nur ein wenig Autobahn. Die Nachteile sind erträglich. Tut ja nicht wirklich weh.

Aber letztendlich steht dann doch eine Autobahn da. Nochmals viel teurer als ursprünglich geplant und Verkehrschaos garantiert. Denn diese zweispurige Straße kann die prognostizierten 38.000 Fahrzeuge pro Tag nicht aufnehmen. Damit lässt sich dann der Bund, der Bauträger dieser Maßnahme, nicht auf dieses Spielchen ein. Er baut die Straße für die 30.000 Fahrzeuge pro Tag des Transitverkehrs. Die lokalen Aspekte sind dabei für ihn zu vernachlässigen. Sie dienen nur dazu, bei den Entscheidungsträgern vor Ort Zustimmung zu bekommen und damit dieses Wahnsinns-Projekt durchzusetzen.

Warum setzt man sich in dieser erlauchten Runde nicht zusammen und denkt mal über ein wirklich passendes Verkehrskonzept für die Region nach? Da gäbe es wirkliche Aufgaben für die Verantwortlichen in der Region! Aber es ist einfacher, das Projekt B 26n zu unterstützen, das von oben (Bund) kommt, als selbst konzeptionell tätig zu sein.

Das ist das eigentliche Problem. Es gibt kein lokales Verkehrskonzept für den Landkreis Main-Spessart! Wo sind hier die Engpässe? Wo gibt es Probleme? Was ist vordringlich zu tun? Wie wollen wir den Verkehr im Landkreis lenken? Wie können wir Mittel dafür beschaffen? Und ganz wichtig: Was wollen die Bürger vor Ort? Denn von diesen sind die Vertreter schließlich gewählt worden!

Und so wird uns weiter der Erbsenbrei in großen Mengen in Form einer Autobahn vorgesetzt, anstatt frischer lokaler Spezialitäten. Einen Brei aus trockenen Zutaten, die schon mindestens 40 Jahre gelagert wurden. Zehn eingestreute Wurststückchen in Form von Abfahrten sollen das Ganze attraktiver machen. Doch jeder weiß, dass Erbsenbrei in solcher Menge genossen, nur zu gesundheitlichen Problemen führt. Damit die Nebenwirkungen etwas gemildert werden, will man uns nun den Brei über eine längeren Zeitraum verteilt, zuführen. Die 'B26n light' ...

Oswald Lutz, 97753 Karlstadt
 
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